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Während dem Corona-Crash schafft ÖVP-Steiner neue Top-Jobs: Für Parteifreunde ist immer Platz im Eisenstädter Rathaus.

7. Mai 2020  – Während städtische Gewerbetreibende ums nackte Überleben kämpfen, viele Eisenstädter ihre Arbeitsplätze verlieren oder aufgrund von Kurzarbeit schwere Einkommensverluste bewältigen müssen, schafft ÖVP-Bürgermeister Thomas Steiner neue Top-Jobs für Parteifreunde im Rathaus.

Zwar jammert auch er als Stadtchef über ein krisenbedingtes Budgetloch von vier bis sechs Millionen Euro für 2020 und richtet laufend Bettelgesuche ans Land, aber allzu ernst dürften seine geäußerten Sorgen nicht sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass es neue Top-Jobs im Rathaus gibt.

Nach der Landtagswahl im Jänner musste Steiner als Landesparteiobmann der ÖVP seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger räumt seither in der Parteizentrale auf und ist dort auch auf Steiners seinerzeitige Pressesprecherin, Frau Eder, gestoßen. Was tun mit ihr, lautete wohl die Frage ...

Im Hause Steiner wusste man Rat: ab ins Rathaus mit Frau Eder. Seit dieser Woche ist sie nun Pressesprecherin des Bürgermeisters - vertragliche Details: Verschlusssache. Das gilt auch für den bisherigen Pressesprecher, Herrn Handler, der jetzt die neue (!) Stabsstelle für Digitalisierungsmanagement leitet.

Den Eisenstädter Freiheitlichen stößt das personelle Getue mehr als sauer auf. Konstantin Langhans, FPÖ-Klubobmann im Gemeinderat, erachtet derartige, ÖVP-intern bedingte Personalaufnahmen gerade angesichts der aktuellen Situation als besonders unsensibel: „Dass es unter Steiner ein türkises Bermudadreieck zwischen Landtagsklub, Parteizentrale und Rathaus gibt, in dem man  Parteifreunde im Zweifelsfall niemals untergehen lässt, ist ja bereits unverschämte Tradition. Die aktuelle Aktion ist aber selbst für Steiners Verhältnisse eine üble Sache.“
Sachlich gebe es keine Grundlage für die Personalentscheidungen. „Im Rathaus arbeitet mittlerweile ein halbes Dutzend Ex-Journalisten. An Pressesprechern sollte also kein Mangel herrschen - und auch die neue Stabsstelle hätte man nicht extra besetzen müssen“, so Langhans.

Klubobmann Konstantin Langhans fasst in Bezug auf ÖVP-Bürgermeister Steiner zusammen: „Offensichtlich haben in der Corona-Krise ÖVP-interne Härtefälle Vorrang. Währenddessen geht dieWirtschaftvor die Hunde und wird das Budgetloch immer größer.“