Formulare

- Widersprüchliche Informationen aus dem Generalsekretariat im Rathaus
- Die durch Covid-19 schon jetzt angespannte Situation im Bereich der Kinderbetreuung für berufstätige Eltern, wird weiter verschärft
- ÖVP hat als sogenannte Familienpartei ausgedient

03. Juni 2020 – Das Formularchaos in Eisenstadts Kindergärten geht in die nächste Runde. Die FPÖ-Eisenstadt kritisierte schon im Dezember letzten Jahres, die Aufforderung des Magistrats gegenüber den berufstätigen Eltern, sich mit einer Bestätigung der Nichtinanspruchnahme von Urlaubstagen zu rechtfertigen, wenn eine Ferienbetreuung in Anspruch genommen wird. Pro Kind mussten damals an die 10 Seiten Papier ausgefüllt werden. Dieser Formularwahnsinn ist nun um einige Facetten reicher.

Informationspolitik aus dem Rathaus sorgt für Ratlosigkeit

„Aufgeregte Eltern haben uns berichtet, dass für die heurige Sommerferienbetreuung der Kleinsten schon jetzt ein Formular ausgefüllt werden muss, in dem wochenweise festzuhalten ist, wie oft in den Wochen vom 27. Juli bis einschließlich 04. September zu Mittag gegessen wird. Es hat auch bis spätestens 06. Juli eine Vorauszahlung der Essensbeiträge zu erfolgen.“, zeigt sich der geschäftsführende Stadtparteiobmann, DI Mag. Thomas Schnöller, verwundert.  

Schnöller weiter: „Hingegen schreibt der Generalsekretär des Magistrats am 29. Mai, dass Essensanmeldungen immer in der Woche davor bis spätestens Mittwoch erfolgen müssen. Er konterkariert mit diesem Schreiben das zuvor angesprochene Essensformular für die Sommerferienbetreuung. Da soll sich noch irgendwer auskennen!“  

Eltern werden mit sinnloser Bürokratie gefrotzelt

Wer glaubt, damit sei das Ende der türkisen Fahnenstange erreicht, der irrt gewaltig. Zusätzlich gibt es jetzt speziell für den Kindergarten St. Georgen ein Infoschreiben samt Formular vom Bürgermeister, in dem von der notwendigen Schließung des Kindergartens vom 28. September bis 4. Oktober berichtet wird. Dies soll eine ordnungsgemäße Übersiedelung an den neuen Standort gewährleisten.  

Schnöller dazu: „Eine gewisse Schließzeit für eine Übersiedelung nehmen wir zur Kenntnis, aber wieso muss man bitte schön als Elternteil schon bis Ende Juni wissen, ob man für sein Kind Ende September einer Betreuung benötigt oder nicht? Im quasi sturmsicheren Bereich des öffentlichen Dienstes mahlen die Mühlen bekanntlich besonders langsam, aber ein bisschen spontaner dürfte es dann schon sein, damit die Eltern etwas mehr Planungsspielraum haben. Mir tun ja schon die Elementarpädagoginnen leid, die den wichtigsten Grundstein am Bildungsweg unserer Kinder legen und jetzt anscheinend nur mehr mit dem Einsammeln von Formularen beschäftigt sind und sich manch bissigen Kommentar von Eltern anhören müssen, obwohl sie am wenigsten dafür können. So kann man Ressourcen auch vergeuden.“  

 „Der ÖVP ist einfach nicht mehr zu helfen. Knapp 1,4 Millionen Menschen befinden sich in Kurzarbeit, über 500.000 Arbeitslose sind verzweifelt, zig Tausende Unternehmungen werden von der Bildfläche verschwinden und die, die noch in der glücklichen Lage sind einer geregelten Arbeit nachzugehen und gerade jetzt auch Planungssicherheit in Richtung Kinderbetreuung brauchen, werden mit sinnloser Bürokratie gefrotzelt. Hier sollte definitiv der bürokratische Anspruch im magistralen Elfenbeinturm auf ein Minimum reduziert werden.“, fordern die Freiheitlichen abschließend.